Willkommen auf der Seite des Deutschen Aloe Vera Zentrum im Kakteenland Steinfeld

Verwendung

Inbesondere zwei der mehr als 300 verschiedenen Aloe-Arten besitzen nachweislich Heilwirkungen, die seit mehr als 5000 Jahren überliefert und in der Literatur beschrieben werden: Die Aloe Vera und die Aloe Arborescens.

Äußerlich angewandt hilft die Aloe Vera vor allem bei Hautverletzungen und Hautirritationen. Wissenschaftlichen Studien zufolge vermögen Inhaltsstoffe des Aloe Vera Gels die Zellteilung, also die Geweberegenerierung anzuregen und um ein Vielfaches zu beschleunigen (Kays et al. 1978). Gerade als "Erste-Hilfe-Pflanze" bei kleinen Schnittwunden war und ist die Aloe daher in vielen Haushalten nicht mehr wegzudenken.

Auch bei vielen Formen von Brandwunden wird Aloe Vera gerne verwendet. So schafft sie Abhilfe bei Sonnenbrand, aber auch anderen Formen von Brandverletzungen verursacht durch Röntgen- oder Radioaktivitätsstrahlen. Ähnlich verhält es sich mit chemischen Verätzungen durch Säuren oder Laugen. Darüber hinaus wirkt der Saft der Aloe stark entzündungshemmend und antibakteriell (Lenter 1998).

Zur innerlichen Anwendung wird der Saft der Aloen bzw. die Blätter wie ein Gemüse als Nahrungsergänzungsmittel zur Stärkung des Immunsystems und bei diversen Krankheiten konsumiert. Es gibt viele verschiedene Rezepte, in denen die Aloe zum Einsatz kommt.

 

Vitalcocktail

Das populärste und einfachste Rezept zur innerlichen Anwendung stammt nach einer Überlieferung von Franziskaner-Pater Romano Zago:

  • 300 g Aloe – ca. 1 Blatt frisch geerntet
  • 500 g reiner Bienenhonig
  • 3-4 Esslöffel Zuckerrohrschnaps zur Konservierung

Durchführung:
Alle Zutaten zusammen in einem Mixer zerkleinern, in ein Glas abfüllen und täglich ca. 2-3 Löffel vor jeder Mahlzeit konsumieren. Im Kühlschrank aufbewahrt hält sich dieser Cocktail über mehrere Tage frisch.

Nach der Ernte eines Aloe Blattes sollten Sie darauf achten, das Blatt für einige Stunden auf einem Küchentuch etwas "ausbluten" zu lassen. Der gelbe Saft, der bei Verletzung des Blattgewebes aus der Blattschale austritt, schmeckt sehr bitter und enthält viele Anthraquinone (wie zum Beispiel das Aloin), die auf den menschlichen Organismus eine abführende Wirkung haben können (Lenter 1998).

Ob Sie die Aloe Blätter für den Cocktail mit Schale (inkl. Rückstände des bitteren, leicht abführenden Aloins) verwenden oder lieber filetieren möchten, hängt ganz von Ihrem Geschmack und der Empfindlichkeit Ihres Darms ab. Bei bestimmten Therapien, besonders bei der Verwendung der Aloe arborescens, wird der Einsatz mit Schale bevorzugt (Peuser 2000).

Bitte haben Sie an dieser Stelle Verständnis, dass wir, als "Nicht-Mediziner", Ihnen keine detaillierten Auskünfte über den medizinisch / therapeutischen Einsatz der Aloen geben dürfen. Wir müssen Sie hier auf die umfangreiche Literatur verweisen, wie zum Beispiel die von Michael Peuser. In dieser Literatur ist die Heilwirkung der Aloe Vera und auch der Aloe Arborescens bei einer Vielzahl von Krankheiten ausführlich beschrieben. Es wird von Erfolgen berichtet bei Bekämpfung von Arteriosklerose, Allergien, Diabetes und Immunschwäche. Auch bei Krebs und anderen Geschwüren findet die Aloe Einsatz (Peuser 2000, Lenter 1998).

 

Kosmetische Zwecke

Auch für kosmetische Zwecke wird der Saft oder das Gel der Aloe Vera gerne verwendet. Dies liegt zum einen an den pflegenden Eigenschaften der Aloe, zum anderen aber auch an der schon erwähnten Fähigkeit die Zellerneuerung der Haut anregen zu können. So benutzen viele Menschen die Aloe gerne als Schönheitspflege um kleine Fältchen, Narben oder Hautirritationen zu lindern. Erwähnenswert ist in diesem Kontext ebenfalls, dass Aloe den natürlichen Säureschutzmantel der Haut erhält und so Umwelteinflüssen Widerstand bietet. Gerade auf sehr empfindliche Haut hat das Gel der Pflanze eine sehr beruhigende und aufbauende Wirkung (Lenter 1998).

Zusammenfassung

Generell betrachtet gibt es kaum eine andere Pflanze dieser Welt, die so viele verschiedene Inhaltstoffe in sich trägt, wie die Aloe Vera. Neben unzähligen Enzymen und essentiellen Aminosäuren ist der wichtigste Bestandteil des Aloe Vera Gels die so genannte Aloverose, ein Mucopolysaccharid (schleimiger Mehrfachzucker). Diese Zuckverbindung, auch unter dem Namen Acemannan bekannt, soll für die heilenden Eigenschaften der Aloe verantwortlich sein (Talmadge et al. 2004).

Hinsichtlich der oft verwendeten Behauptung, dass die Pflanzen erst im Alter von einigen Jahren ihre Wirkstoffe voll entfalte, haben wir Untersuchungen vorgenommen. Das wissenschaftlich eindeutige Resultat besagt, dass das nicht der Fall ist. Da die Aloe Vera immer vegetativ, also durch Ableger vermehrt wird, haben junge Pflanzen die gleichen, wohltuenden Eigenschaften wie die alten Mutterpflanzen, von denen sie abstammen. Natürlich ist eine große Pflanze für die Verwendung aber weitaus ergiebiger, vor allem wenn es darum geht, einen Cocktail zu mixen.

Literatur

  • KAYS H., KAIDBEY M.D., KLINGMANN A.M.; The acute effects of long wave ultraviolet radiation on human skin; The Journal of investigative Dermatology 72:253-256, 1978
  • LENTER Ann-Kathin; Aloe Vera; C. Maurer Verlag; Geislingen; 1 Auflage 1998
  • PEUSER Michael; Aloe-Kaiserin der Heilpflanzen; 1 Auflage 2000
  • TALMADGE J, CHAVEZ J, JACOBS L, MUNGER C, CHINNAH T, CHOW JT; WILLIAMSON D, YATES K.; Fractionation of Aloe vera L. inner gel, purification and molecular profiling of activity; Int Immunopharmacol 20;4(14):1757-73, 2004